Am 18. und 19. Mai 2026 fand der diesjährige Erfahrungsaustausch der Fachberatungs- und Informationstransferstellen (FIS) in Hannover statt – ausgerichtet vom Zentralverband des Deutschen Handwerks (ZDH), auf Einladung des DAISEC und der Zentralen Leitstelle für Technologietransfer im Handwerk. Rund 40 Fachleute aus den Fachinformationsstellen der Unternehmensverbände kamen zusammen, um praxisnahe Zukunftsthemen zu diskutieren: von Künstlicher Intelligenz und Cybersicherheit über Digitalrecht bis hin zu Normung und kommunaler Wärmeplanung.

Tag 1: Standards, Sicherheit und Recht

Der erste Veranstaltungstag begann im Leibniz Haus mit einem Einblick in das DHI-Projekt „Normung im Handwerk“ von Lukas Fischer (Heinz-Piest-Institut für Handwerkstechnik). Im Mittelpunkt stand die Frage, wie verständliche, handwerksgerechte Standards Innovation und betriebliche Praxis voranbringen können.

Anschließend beleuchtete Dr. Alexander Krause vom DAISEC aktuelle Bedrohungslagen für IT-Infrastrukturen und stellte passende Unterstützungsangebote vor. Cybersicherheit ist für viele Handwerksbetriebe längst zur Grundvoraussetzung geworden – für verlässliche Prozesse, sichere Kommunikation und den Schutz sensibler Betriebsdaten. Pia Staudenmaier (DAISEC) ergänzte das Programm mit einem Beitrag zum Digitalrecht: Welche rechtlichen Rahmenbedingungen gelten für den Einsatz digitaler Werkzeuge und datenbasierter Anwendungen in der Beratungspraxis? Abgerundet wurde der Tag durch einen Impuls von Dr. Frank-Peter Ahlers zur kommunalen Wärmeplanung – und damit zur engen Verbindung von Digitalisierung, Energiefragen und der Rolle des Handwerks in der regionalen Transformation.

Tag 2: Künstliche Intelligenz im Fokus

Der zweite Tag in den Verdi Höfen stand ganz im Zeichen der KI. Alexander Blezinger vom DAISEC stellte eine Chatbot-Plattform als Angebot für Verbände vor und diskutierte mit den Teilnehmenden Anwendungsmöglichkeiten und praktische Voraussetzungen für KI-gestützte Unterstützungsangebote. Dr. Meyer-Veltrup gab einen Überblick über laufende KI-Projekte im Netzwerk der Beauftragten für Innovation und Technologie.

Herzstück des Tages war der moderierte Erfahrungsaustausch zu KI in der eigenen Arbeit und in Betrieben, geleitet von Walter Pirk (DAISEC) und Miriam Schulze (ZDH). Die Teilnehmenden brachten konkrete Beispiele aus der Beratungspraxis ein und diskutierten, wie KI-Werkzeuge sinnvoll, sicher und niedrigschwellig eingesetzt werden können – mit Blick nicht nur auf technische Möglichkeiten, sondern auch auf Akzeptanz, Qualifizierung und Umsetzbarkeit.

Fazit: Vernetzung als Schlüssel

Die Veranstaltung schloss mit einer gemeinsamen Reflexion der Ergebnisse und ersten Vereinbarungen für konkrete KI-Projektanbahnungen. Der FIS-Erfahrungsaustausch 2026 hat einmal mehr gezeigt: Zukunftstechnologien entfalten ihre Wirkung besonders dann, wenn sie verständlich vermittelt, praxisnah erprobt und in starke Netzwerke eingebettet sind.

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